Accessoires für die Fenster: Gardinen

Es ist ja schon ein wenig widersprüchlich: In den 60er Jahren wurden die Fenster groß und größer, die Gardinen im gleichen Zug aber dicht und dichter. Einerseits wollte man in den 1950ern und 60ern den Wohlstand durch hohe, breite Fensterfronten zur Schau stellen. Der Gedanke wiederum, dass den Betrachtern von außen Blick in das Allerheiligste gewährt würde, verschwand hinter möglichst opulenten, blickdichten, bodenlangen und strahlend weißen Stores. Allerdings sind die Wirtschaftswunderjahre ja nun ohnehin nicht dafür bekannt gewesen, dass man Privates allzu sehr nach außen trug. Kein Wunder entwickelte sich in jener Zeit das geflügelte Wort der Gardinenpredigt. Und nicht zuletzt galt, je pompöser der Fensterschmuck, desto besser gestellt. Und natürlich, je weißer die Vorhänge, desto tüchtiger die Gattin, die sich um die Gestaltung und Reinigung der Fenster und Inneneinrichtung generell zu kümmern hatte.
Accessoires für die Fenster: Gardinen

Gardinentrends über die Jahre

Mit den Jahren hat sich die Gardine unterschiedlichsten Wandlungen vollzogen. In den 70ern wurden sie ? wie der Rest der Accessoires und Möbel – grell und bunt. Waren aber auch nicht mehr gesellschaftlich obligatorisch. Denn peu à peu befreite sich die nächste Generation von der konservativen Vorstellung der Privatsphäre. In den Achtzigern konnte man vielerorts gehäkelte Vorhänge und Stores sehen, teilweise kombiniert mit schweren, dunklen Gardinen. Die 90er wurden von halbhohen Scheibengardinen dominiert. Die zuletzt von Faltjalousien und Rollos abgelöst wurden. Trends kommen und gehen. Aber so sehr sich die Gardine auch im Laufe der Jahrzehnte verändert hat, weg war sie nie! Und längst gilt, dass erlaubt ist, was gefällt.

Gardinen machen den Raum

Es ist keineswegs mehr unüblich, Gardinen in jedem Raum anzubringen. Nicht zuletzt tragen Vorhänge in unterschiedlichsten Farben, Dekors und Stoffen zur Atmosphäre des jeweiligen Zimmers erheblich bei. Anders als in den Nachkriegsjahren erfüllen Gardinen heute vielmehr einen dekorativen Effekt. Der Blickschutz gerät ein wenig in den Hintergrund, weshalb sich besonders häufig leichte, fließende Stoffe durchsetzen. Die Faltjalousien, deren Erfolg noch immer ungebrochen ist, haben den praktischen Vorteil, dass sie je nach Sonneneintrahlung, Tageszeit und Stimmung in der Höhe verändert werden können. Damit kann man Passanten und dem sommerlichen Lichteinfall mal mehr, mal weniger Einblick in die eigenen vier Wände gestatten.
Gardinen - Accessoires für die Fenster
Fotos von esprit.de

Bodenlange Schlaufengardinen, romantische Jacquardstoren, farbenfrohe Leinenrollos mit Print – die Auswahl an Gardinen und Jalousien ist nicht nur größer geworden. Sie ist auch individueller geworden. Besonders in knalligen Farben oder als Motivrollo können Vorhänge den Raum um ein Dekorationsaccessoire bereichern. Ideal vor allem in kleineren Zimmern, wo ein Bild mehr an der Wand schnell überladen oder erdrückend wirkt. Stoffe wie Chiffon oder Voile eigenen sich hervorragend für eine luftig leichte Gestaltung – in Form von bodenlangen Gardinen besonders gut für große Fensterfronten, beispielsweise im Wohnzimmer zum Garten hin. Im Sommer bei geöffneter Terrassentür ermöglichen sie ein tolles Windspiel für mehr Dynamik und Leichtigkeit.

Zur Stimmung, zum Anlass, zur Jahreszeit – passende Gardinen finden

Für ein gelungenes Interor Design, ist eine passende Gardine kaum wegzudenken. Natürlich sollte der eigenen Geschmack bei der Raumgestaltung mit Gardinen im Vordergrund stehen. Doch dank der großen Auswahl, ist es längst möglich, eine zur Raumaufteilung und Fenstergröße passende Gardine zu finden, die auch den eigenen Präferenzen gerecht wird. Tatsächlich sind Jalousien und Vorhänge sommers wie winters für die Wohlfühltamosphäre ein großes Plus und können ganz nach Stimmung und Saison variiert werden ? stets in Harmonie zum generellen Einrichtungsstil.

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