Interior Design Trend Brutalismus

Beherrscht, pragmatisch und faszinierend. Raue Materialien und ausgeprägte, geometrische Formen. Brutalistisches Interior Design ermöglicht eine aufgeräumte Form der Dekoration und Gestaltung. Nachdem der in der Mitte des 20. Jahrhunderts zunächst an Beliebtheit gewann, büßte er im Laufe der zweiten Hälfte ebenso an Popularität ein. Doch nun scheint sich der Trend wieder umzukehren und der Butalismus im modernen Produktdesign anzukommen. Und so hält er bei Möbeln, Beleuchtung, Accessoires Einzug in die moderne Raumgestaltung.

Was ist Brutalismus?

Der Begriff „Brutalismus“ wurde erstmals in der Architektur der 1940er Jahre in Marseille geprägt. Er leitet sich von „béton brut“ ab, was so viel wie „rauer Beton“ oder „roher Beton“ bedeutet. Stilistisch zeichnet sich brutalistisches Design durch bewusste Schlichtheit, Grobheit und Transparenz aus, sodass es häufig als nüchtern, streng, mitunter sogar bedrohlich interpretiert wird. Im Interior Design spiegelt sich diese Charakteristik in der Wahl rauer Texturen, und bodenständiger Materialien und Lackierungen wieder. Neutrale Farben bilden einen beruhigenden Gegenpol zu den schreienden Farbmixturen und Mustern, die zuletzt im Interior Design vorherrschten.

Modernes, brutalistisches Interior Design

Die moderne Interpretation brutalistischen Designs zeigt sich zum Beispiel in charakteristischen Möbeln, die sich als Statement Pieces in verschiedenste Design-Stile integrieren lassen. Der Stil zeigt sich bei modernen Einrichtungen meistens bei der Beleuchtung und in Wanddekorationen. Er beeinflusst jedoch auch das Design moderner Kommoden, Sideboards, Schränke und Vertikos.
Modernes, brutalistisches Interior Design
Gegossene Betonmöbel sind eine weitere Möglichkeit, den brutalistischen Look auf rohe und doch zugleich elegante Art und Weise in die eigenen vier Wände zu bringen. Beton ist ein vielseitiges Material, das in raffinierte Formen gegossen und gestaltet werden kann, weshalb es zuletzt zunehmend beliebter wurde im Interior Design – und wenn nicht das Material selbst, dann doch zumindest die Textur und die Optik.

In seiner modernen Variante hält Brutalismus durch Farbe, Mobiliar und Deko-Elemente Einzug ins Interieur. Ausgleich finden die kühlen, betonfarbenen Grautöne durch warme Messing- und Braunnuancen. Beton strahlt eine glatte, geschmeidige und moderne Ästhetik aus, besticht aber gleichzeitig durch eine gewisse farbliche Vielfalt und Unvollkommenheit, die viele Menschen anspricht.

Beton-artige Oberflächen und gedämpfte Farbtöne und Materialien schaffen den für Brutalismus typisch düstere und grüblerische Atmosphäre. Wer das Design jedoch bei genauer Betrachtung intensiver auf sich wirken lässt, kann ihm durch komplementäre Holzelemente, sanfte Kurven und rohrförmige Silhouetten unweigerliche eine gewisse Wärme und Intimität nicht absprechen.
Beton-artige Oberflächen und gedämpfte Farbtöne
Sein Zuhause kann man auf unterschiedlichste Weisen in brutalistischem Design gestalten. Etwa durch Pflanzkübel oder Übertöpfe aus Beton. Oder ein Bodenbelag in einer Farbe und Struktur, die kleineren und größeren Beton-Objekten schmeichelt. Zwar kommt Brutalismus ohne Schnörkel und Ornamente aus – wodurch des dem Industrial Style und dem Minimalismus sehr nahe steht -, doch mit zentraler, aussagekräftiger Beleuchtung, dramatisch designten Möbeln und Messing- oder Kupferelementen lässt sich eine großartige, visuelle Wirkung erzeugen.

Bei Brutalismus ist es wichtig, auf Überflüssiges und Zweckloses zu verzichten; jeder Gegenstand vom Großmöbel bis zum Deko-Accessoire sollte auf das Gesamtkonzept unabdingbarer Einfachheit einzahlen.


Fotos von www.nedgis.com


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