Interview mit Milia Seyppel

Portraitfoto Milia SeyppelIm Gespräch mit Milia Seyppel
Heute präsentieren wir Euch ein Interview mit der in Hamburg lebenden Produktdesignerin Milia Seyppel. Im Gespräch erzählt uns Milia Seyppel wie sie arbeitet und lebt. Sie präsentiert uns ihre schöne Schalenkollektion „Chapeau“ und verrät uns wie sie ihre Wohnung eingerichtet hat. Ein Blick hinter die Kulissen ihrer Arbeiten legt sie uns Nahe und wir sind ganz begeistert von ihren tollen und ganz kreativen Produkten. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen des Interviews!

Hallo Frau Seyppel. Es freut uns, dass Sie sich etwas Zeit nehmen konnten für unser Interview. Stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Lesern vor.

Milia Seyppel Ich bin Designerin und entwerfe Möbel, Leuchten Accessoires, dabei arbeite ich mit unterschiedlichen Materialien wie Holz, Metall, Kunststoff und Keramik. Ich lebe und arbeite in Hamburg.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Milia Seyppel: Ich habe and der Bauhaus Universität Weimar Produktdesign studiert. Während meines Studiums arbeitete ich bei Denis Santachiara in Mailand, 2007 bei Joris Laarman in Rotterdam, 2008 bei Christian Werner in Hamburg. Seit 2009 bin ich selbstständige Designerin.

Wie sind Sie zum Produkt-Design gekommen?

Milia Seyppel: Man kann sagen dass ich sehr früh ein großes Interesse an den Dingen um mich herum hatte, ich wollte als Kind bereits Mode oder Grafikdesignerin werden. Außerdem hat mich mein Großvater der Designer ist, Möbel und Gebrauchsgegenstände entwickelt, stark beeinflusst. Seine Werkstatt und seine anderes artigen Dinge haben mich in meiner Kindheit begleitet. Dieses Interesse für Materialien, Formen, neue Lösungen und wie sie für den Menschen zu gebrauchen sind teile ich mit ihm.
Portrait Milia SeyppelFoto von Nana Kreutzmann

Von was und wem lassen Sie sich in Ihrer tagtäglichen Arbeit inspirieren?

Milia Seyppel: Ich habe eine große Leidenschaft für Baustellen, Flughäfen und Industriekomplexe, auch die Kunst, Mode, Architektur und andere Kulturen inspirieren mich.
Gerade war ich 2 Wochen in Ägypten, die Formen, Farben und das vollkommen andere Leben dort beflügelt mich. Ich versuche immer Augen und Ohren offen zu halten und mache Bilder von diesen unterschiedlichen Dingen die mir gefallen und die ich spannend finde.

Haben Sie ein Lieblings-Möbelstück? Welches wäre das?

Milia Seyppel: Ich habe viele Lieblings Möbelstücke. Das Design der 50 er Jahre und die Entwürfe von Charles und Ray Eames gehören sicher dazu. Auch heutige Entwürfe wie von Inga Sempe z. B. ihre Leuchtenserie „Pleated hanging Lamp (2003)“ für Cappelini gehören zu meinen Lieblingsstücken.

Wir sind besonders auf Ihr Projekt „Chapeau“ aufmerksam geworden. Erzählen Sie uns doch ein paar Details darüber.

Milia Seyppel: Die Schalen Chapeau sind in einem Stipendium in der Peter Siemssen Stiftung entstanden. 2 Monate beschäftigte ich mich mit Farb- und Formanalysen und dem Material Porzellan. Herausgekommen sind die Schalen Chapeau. Chapeau besteht aus zwei Formen, deren Deckel austauschbar sind, so dass sich vier verschiedene, unterschiedlich hohe und flache Volumen ergeben. Die Schalen sind mit Pigmenten eingefärbt – in unterschiedlichen Farbabstufungen. Es entsteht ein Farb-und Formenspiel, in dem die Schalen zu nutzvollen Objekten werden. Das aufheben von Gegenständen wird zu einem poetischem Akt.
Chapeau von Milia Seyppel
Weitere Informationen zu den Arbeiten von Milia Seyppel findet Ihr hier -> www.miliaseyppel.com/

Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben?

Milia Seyppel: Meine Designs kreieren Produktfamilien, Körper, die miteinander korrespondieren und in Spannung zueinander stehen. Gleichzeitig sind es Gebrauchsgegenstände. Wichtige Eckpunkte meiner Gestaltung ist dieses Spannungsfeld zwischen Formen, Materialien und Farben. In meinem Design schaffe ich poetische, sinnliche Objekte; funktionale Skulpturen.

Wenn eine große Möbelkette wie IKEA auf Sie zukommen würde, käme für Sie eine Zusammenarbeit in Frage?

Milia Seyppel: Ja das würde ich, ich fände es spannend einen Entwurf zu machen der so viele Menschen erreichen kann. Auch die Anforderungen ein Möbel zu entwerfen welches den IKEA Prinzipien entspricht (flach verpackbar, sparsam im Material, einfach zusammen zu bauen, einfach herstellbar) würde mich sehr reizen.
Milia Seyppel mit Chapeau
Fotos von Janne Peters

Wie sieht Ihre Wohnung aus: Wohnen Sie mit Ihren eigenen Produkten?

Milia Seyppel: Meine Wohnung ist voll mit meinen Produkten. Ich habe unheimlich viele Leuchten, aber auch einen selbst entworfenen Schreibtisch, ein Regal, Schalen und Vasen. Darüberhinaus ist meine Wohnung gefüllt mit Entwürfen von Freunden z.B ein Brotkasten, Tassen aus Porzellan und Fotografien. Es ist schön mit den Dingen zu leben die man sich selbst ausgedacht hat. Für mich ist es eine Probe ob meine Designs so funktionieren wie sie sollen, ob Sie Freude machen und wie sie im Raum wirken.

Wie sind Ihre weiteren beruflichen Pläne?

Milia Seyppel: Ich möchte so weiter machen wie bisher und noch viele weitere Dinge entwickeln.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft.

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