Interview mit Robert Hoffmann

Portrait Robert HoffmannBerliner Produktdesigner im Gespräch
Heute präsentieren wir Euch ein Interview mit dem Berliner Produktdesigner Robert Hoffmann.
Bekannt ist er u. a. für sein Projekt „Modular Light“, dass den 2. Platz beim Salone Satellite Award in Mailand gewonnen hat. Wir sprechen mit ihm über sein Leben, seine Arbeit und wie er persönlich so wohnt.
Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen!

Hallo Herr Hoffmann. Es freut uns, dass Sie sich etwas Zeit nehmen konnten für unser Interview. Stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Lesern vor.

Robert Hoffmann: Mein Name ist Robert Hoffmann, ich bin Designer und arbeite in Berlin.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang? Und was machen Sie zur Zeit beruflich?

Robert Hoffmann: Nach einer handwerklichen Ausbildung zum Metallbauer und einigen Semestern Architektur habe ich beschlossen Gestaltung und Handwerk zu verbinden. Ich verließ Berlin und zog ins beschauliche Hildesheim um dort an der HAWK Metallgestaltung zu studieren.
Heute arbeite ich an eigenen Entwürfen und als freier Designer für Metall- und Möbelfirmen.

Wie sind Sie zum Produktdesign gekommen?

Robert Hoffmann: Mein Interesse an Kunst, Architektur und Gestaltung wurde schon in der Schule geweckt. Zum Produktdesign kam ich erst während meines Studiums in Hildesheim. Der Studiengang Metallgestaltung bot mir die Möglichkeit mein handwerkliches Wissen mit Kunst und Design zu verbinden und sehr frei zu arbeiten. Durch ein interdisziplinäres Studium belegte ich auch Kurse im Produktdesign und so vermischten sich immer mehr diese Designbereiche.
Das Architekturstudium sehe ich rückblickend als Ausflug, sehr spannend, aber etwas was ich nicht ewig machen wollte.

Von was und wem lassen Sie sich in Ihrer tagtäglichen Arbeit inspirieren?

Robert Hoffmann: Lustigerweise frage ich mich das auch immer wieder selbst.
Auf jeden Fall ist es meine Heimat Berlin: die Veränderung der Stadt, die vielen Künstler und Designer die hier arbeiten, die neue Architektur. Dabei finde ich nicht alles positiv, aber es ist diese spannende Mischung wo alles auf einmal passiert. Und irgendwie hat man immer das Gefühl nur einen Bruchteil mitzubekommen.

Haben Sie ein Lieblingsprodukt? Welches wäre das?

Robert Hoffmann: Da will ich mich gar nicht festlegen, eher ist es ein ganzer Haufen von Gegenständen die mich umgeben. Ich würde sagen das ist abhängig von Tag und Gemüt. Mal ist es ein Stuhl, ein Werkzeug oder ein Bild an der Wand.

Wir sind besonders auf Ihr Projekt „Modular Light“ aufmerksam geworden, das sie seit ihrer Diplomarbeit begleitet. Erzählen Sie uns doch ein paar Details darüber.

Robert Hoffmann: Während meines Diploms habe ich mich intensiv mit dem Thema Licht und Raum beschäftigt. Entstanden sind kubische Lichtobjekte bei denen man durch ein Klappen der Flächen den Lichtausfall und damit die gesamte Lichtwirkung im Raum verändern kann.

Für eine Ausstellung kam es zur Zusammenarbeit mit der Galerie Karena Schüssler in Berlin. Die Zusammenarbeit mit der Galerie und die Fertigung von limitierten Editionen bot mir die Möglichkeit mit neuen Formaten und Oberflächen zu experimentieren. Die Leuchten waren ursprünglich in Aluminium entworfen, mittlerweile gibt es auch Leuchten in Messing, Bronze und Kupfer.

Es macht mir auch noch nach Jahren großen Spaß an diesem Entwurf zu arbeiten und immer wieder neue Materialien und Oberflächen zu bearbeiten.
Was mich besonders freut, Modular Light wurde auf der Möbelmesse in Mailand mit dem 2.Preis des Salone Satellite Award ausgezeichnet.
Modular Light
Wenn eine große Möbelkette auf Sie zukommen würde. Wie würden Sie reagieren? Käme für Sie eine Zusammenarbeit in Frage?

Robert Hoffmann: Ich finde es immer spannend auch mit großen Firmen aus der Industrie zusammen zu arbeiten. Es gibt ganz andere Möglichkeiten Dinge zu entwerfen die später als Massenprodukt hergestellt werden. Gleichzeitig muss man als Designer einige Aspekte wie beispielsweise Materialherkunft, Verarbeitung und Nachhaltigkeit besonders beachten, hier trägt man eine große Verantwortung. Ich wäre auf jeden Fall Interessiert.

Wie sieht Ihre Wohnung aus: Wohnen Sie mit Ihren eigenen Produkten?

Robert Hoffmann: Aber klar, in meiner Wohnung gibt es einige Modelle und Prototypen, so kann ich sie im Alltag auf ihre Funktionalität testen. Wenn ich Abstand zum Entwurf brauche tausche ich das Produkt aus oder platziere es woanders. Hin und wieder muss ich mich zwingen Pappmodelle zu entsorgen, die nehmen wirklich viel Platz weg.

Wie sind Ihre weiteren beruflichen, künstlerischen Pläne?

Robert Hoffmann: Ich werde mich weiter mit dem Thema Licht beschäftigen und neben Metall auch mehr mit Holz und Kunststoffen arbeiten. Auch werde ich versuchen die Kooperationen mit Herstellern weiter auszubauen.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft.


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