Lebensnahes Design von Foscarini

Schon bei der Gründung 1981 waren die Lampen und Leuchten von Foscarini von Einzigartigkeit geprägt. Dabei reichte diese Einzigartigkeit von der Materialwahl über Designs bis hin zu den Herstellungsverfahren. Die Designer, die für Foscarini arbeiteten und arbeiten konnten in ihrer eigenen Wirkungsstätte frei agieren, statt in eine unternehmenseigene Produktionsstätte umziehen zu müssen. Das kommt dem kreativen Geist und dem künstlerischen Workflow sehr viel näher.

Von Anfang an war man bei Foscarini also bereit, sich auf den Freigeist von Designern einzulassen, die so das Beste aus ihren Kreationen herausholen konnten. Denn Form und Stil waren schon immer ein Hauptaugenmerk von Foscarini. Bis heute prägt der Gründungsort Murano bei Venedig das ästhetische Gefühl im Unternehmen. Wenn sie nicht gerade mit unterschiedlichen Materialien und Leuchtstoffen experimentieren, arbeiten sie vorzugsweise immer noch mit Muranoglas.

Die Insel Murano ist seit 982 die europäische Zentrale der Glasherstellung. Von hier aus gingen Geheimrezepte, Bearbeitungstechniken und nicht zuletzt hochwertigste Glasprodukte um die Welt. Mit der Wahl des Standortes beweist Foscarini einen Sinn für Tradition, die sie gekonnt mit modernen Elementen verbindet. Noch heute finden sich viele für die Region typische Formen und Muster in den Lampendesigns des italienischen Leuchtenherstellers wieder.
Lebensnahes Design von Foscarini

Marc Sadler für Foscarini

Der gebürtige Österreicher Marc Sadler hat vor seiner ausgeprägten Zusammenarbeit mit Foscarini bereits in nahezu allen Erdteilen gearbeitet. Logisch, dass also auch asiatische Stile, amerikanisches Design und französische Elemente seine Vorstellung von Ästhetik prägen. Und dass er damit einen guten Weg einschlägt beweisen nicht zuletzt die Design-Awards, die er immer wieder für seine Kreationen einheimst.

Seine Designerkarriere könnte man als cross-industriell bezeichnen. Er verdiente sich seine Sporen bei Größen wie Yves Saint Laurent, Reebok, Nike oder ABB. Auf eine bestimmte Branche ließ er sich noch nie festlegen, was Sinn macht vor dem Hintergrund seines Studiums: Industriedesign an der renommierten Pariser Ecole Nationale Supérieure des Arts Decoratifs. Diese Flexibilität fließt auch in seine Entwürfe für Foscarini ein.

Für die preisgekrönte, formschöne Stehlampe Mite arbeitete er zum Beispiel mit Industriestoffen wie Karbon und Kevlar, die vor allem im Brandschutz Anwendung finden. Die Hängelampe Jamaica erstrahlt dank Diffusor einheitlich und ohne zu blenden. Beim Material hat Sadler sich hier für Papier entschieden. Das unterstreicht die Leichtigkeit des Designs, die durch die kaum sichtbare Aufhängung zusätzlich verstärkt wird. Als würde sie schweben. Die Lampenkollektion Tress besteht hingegen aus Glasfaser, das als Flechtmuster an Weidengewächse erinnert und das Licht auf ganz eigene Weise streut.
Rodolfo Dordoni für Foscarini
Fotos von www.foscarini.com/de/

Rodolfo Dordoni für Foscarini

Auch die Lampenprojekte, die in der Zusammenarbeit mit Rodolfo Dordoni aus Mailand entstehen, sind für Foscarini immer wieder ein Erfolgsgarant. Sein Verständnis von Ästhetik spiegelt sich in seinen reduzierten Designs. Natürliche Formen und Farben bilden sozusagen das Gegengewicht zu Sadlers verspieltem, experimentellem Ansatz. Zu Verdanken hat Dordoni seinen Ausdruck vermutlich der Erfahrung beim Möbelhersteller Cappellini – die für formschöne und funktionale Edelmöbel bekannt sind.

Dordonis Lampenentwürfe sind stets geprägt von Realismus und Minimalismus. Dabei neigt er eher zu runden, weichen, geschwungenen Formen mit einen Hauch Vintage-Charakter. Auch in der Farbwahl setzt der Leuchtendesigner auf eine sehr dezidiertes Sortiment. Neben klassischem Weiß, das wunderbar mit den Formen seiner Lampen harmoniert, setzt er verstärkt auf warme Erdtöne. So finden sich vorzugsweise gedeckte Roséfarben wie Elfenbein, mattes Gelb oder Goldbraun. Die Innenbeschichtung seiner Lampen verhindert dabei, dass die Strahlkraft und Leuchtwirkung verloren geht.

Für seine Lumiere-Kollektion wurde Dordoni für sein richtungsweisendes Design mit dem berühmten Compasso d’Oro Award ausgezeichnet. Mit diesen Leuchten schlägt der Mailänder Designer eine Brücke von der Vergangenheit in die Moderne, die geprägt ist von Zurückhaltung. Solche dezenten Ansätze finden sich auch in der Reihe Buds wieder, für deren Nachfolgerkollektion New Buds der Künstler mit dem iF Design Award bedacht wurde.

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