Was ist die bessere Alternative: Heimisches oder Tropenholz?

Sie sind eine langfristige Anschaffung, denn sie zeichnen sich durch eine hohe Lebensdauer aus: Massivholzmöbel. Sie stehen für Beständigkeit und sind seit jeher das ultimative Einrichtungssymbol der Wohlstandsmittelschicht. Nebenbei sind sie auch schön anzusehen und vor allen Dingen natürlich. Holz lebt. Und allein das schafft Atmosphäre. Möbel aus Massivholz haben einen positiven Einfluss auf das Raumklima und das Wohlgefühl im eigenen Zuhause.

Häufigster Einsatzort: Das Schlafzimmer und das Wohnzimmer. Wohnwände und Kleiderschränke aus massivem Holz sind robust, langlebig und sehen gut aus. Und es gibt sie aus unterschiedlichen Materialien. Das hauptsächliche Unterscheidungsmerkmal ist, ob es sich um heimische Hölzer handelt, deren berühmtester Vertreter wohl die gute alte Eiche sein dürfte. Oder ob es sich um exotischere Tropenhölzer handelt. Diese bestechen meist durch eine feinere Maserung.
Was ist die bessere Alternative: Heimisches oder Tropenholz?

Worin unterscheiden sich heimische von Tropenhölzern?

Der augenscheinlichste Unterschied der Massivholzarten liegt natürlich, wie es der Name schon erahnen lässt, in deren Herkunft. Heimische Holzarten wachsen in unseren Gefilden. Tropenholz stammt aus den tropischen und subtropischen Gebieten. Klingt banal, beeinflusst aber die Qualität und Struktur der Hölzer. Denn das Klima der Wachstumszonen beeinflussen den Wuchs der Bäume.

Das feuchtwarme Klima, in dem Tropenhölzer wachsen und der enge Baumstand, sorgen dafür, dass die Bäume schnell hoch wachsen und besonders im niedrigen Stammbereich keine oder kaum Äste ausbildet. So ist das Holz des Baumes gleichmäßiger gemasert. Die Struktur wird nicht von Astaugen unterbrochen und spricht damit vor allem in ästhetischer Hinsicht viele Käufer mehr an. Auch die Farbnuancen werden unter diesen klimatischen Bedingungen betonter ausgebildet.

Heimische Holzarten hingegen sehen sich mit den vier Jahreszeiten konfrontiert. Dies sorgt einerseits dafür, dass die Wachstumsschübe je nach Kälte, Feuchte und Wärme variieren. Das Resultat sieht man in der Struktur und Maserung des Holzes. Andererseits wachsen die Bäume nicht so dicht, wie im Tropenwald. Das bedingt, dass heimische Hölzer mehr Äste ausbilden und besser in die Breite, nicht (nur) in die Höhe wachsen können.

Welche Holzart ist robuster?

Strukturell ist heimisches Holz sicher robuster. Das ergibt sich durch die stämmigere Breite, in die sich die viele heimische Bäume entwickeln. Allerdings ist das einheitliche Klima in den Tropen ein nicht unwesentlicher Faktor, der die dortigen Hölzer auffällig resistent macht. Dies gilt vor allem für Insekten- und Pilzbefall. Denn im feuchtwarmen Klima sind Tropenhölzer es gewohnt, sich gegen die kleinen Parasiten zu wehren.

Heimische Holzarten sind bisweilen weicher als die meisten Tropenhölzer. Aber besonders die berühmte deutsche Eiche und die Edelkastanie können in Sachen Langlebigkeit und Resistenz locker mit den Tropenholzsorten mithalten. Vor allem, wenn heimisches Holz entsprechend aufbereitet wurde, etwa durch Essigsäure, steht es der Resistenz und Langlebigkeit von Tropenholz in nichts nach.
Welche Holzsorte ist nachhaltiger?

Welche Holzart ist billiger?

So absurd es scheint: Tropenholz ist meist tatsächlich billiger, als heimisches Holz. Gepaart mit einer schönen Farbgebung, feinerer, ebenmäßiger Maserung macht der Preis nicht selten das entscheidende Kaufargument aus.

Welche Holzsorte ist nachhaltiger?

Die Problematik bei Teak-, Akazien- oder Mahagoni-Möbeln ist, dass ihre Herkunft nicht immer lückenlos nachgewiesen werden kann. Während in Deutschland die Holzproduktion durch Wiederaufforstung und umweltfreundliches Wirtschaften nachhaltig gestaltet und kontrolliert wird, kommt laut Untersuchungen der EU-Kommission etwa ein Fünftel aller Tropenholzimporte illegal in den deutschen Handel. Selbst Zertifikate garantieren hierbei keine Nachhaltigkeit.

Mit dem Kauf von Massivholzmöbeln aus Tropenholz riskiert man also indirekt die illegale Abholzung geschützter Areale zu unterstützen. Was diese Holzwilderei für Auswirkungen auf die Flora und Fauna hat, ist längst bekannt. Um diesen Machenschaften entgegenzuwirken kann man auf heimische Holzsorten ausweichen. Mit Möbeln aus Zirben- und Fichtenholz hat man darüber hinaus auch gleich noch einen vollkommen natürlichen Raumduft inklusive.
Heimisches oder Tropenholz

Dies sind die Argumente für und gegen die Holzarten

Sowohl die CO2-Emission als auch die großteils unkontrollierte Gewinnung von Tropenhölzern sprechen eindeutig für heimisches Holz.

Ästhetisch ist der Holzmöbelkauf sowieso Geschmackssache, wobei Tropenholz hier durch feingliedrige Struktur und intensivere Farbnuancen oft das Rennen macht.

Der Preis spricht vielfach ebenso für den Kauf von massiven Möbeln aus Tropenholz, vor allem wenn man gern robuste Qualität auch für den etwas schmaleren Geldbeutel erwerben will.

Heimisches Holz ist nicht mit regionalem Holz zu verwechseln. Heimisch bedeutet nur, dass das Holz aufgrund der klimatischen Bedingungen auch in Deutschland wachsen könnte.

Die Verarbeitungsmöglichkeiten, Robustheit und Lebensdauer ist bei Massivhölzern sowohl aus subtropischem als auch aus heimischem Anbau gleich gegeben. Auch bei heimischen Holzarten können Raubbau oder illegale Importe nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Einige wenige, verifizierte Zertifikate wie das FSC-Siegel für Tropenhölzer geben etwas Sicherheit. Auch ein gutes Zeichen: Der Verkäufer kann die Lieferkette lückenlos schildern und kennt die Herkunft.

Und so ist die Wahl zwischen Tropenholz und heimischen Sorten nur noch eine Frage der optischen Präferenz.

Fotos von www.tikamoon.com

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