Wie wird man eigentlich Interior Designer?

Die Welt des Wohnens setzt neben einem gesunden Maß an Leidenschaft auch ein gutes Auge für Formen und Farben voraus. Es gibt Menschen, denen ist das Spiel mit der Raumaufteilung und Gestaltung von Zimmern, Fluren und Treppenhäusern in die sprichwörtliche Wiege gelegt. Um dieses Händchen für Raumdesign nicht nur im eigenen Zuhause, sondern es gewinnbringend auszuleben, gibt es verschiedene Ansätze. Denn auf der anderen Seite gibt es jede Menge Menschen, die das Zusammenspiel von Farbkombinationen, Formen und Dimensionen so gar nicht beherrschen. Oder welche, die sich einfach Zeit, Mühe und Geld sparen möchten. Und die sind ganz froh darüber, dass es die talentierteren Gestalter und Gestalterinnen gibt.

Interior Designer ist kein geschützter Begriff

Wie also wird man Interior Designer? Für alle, die eine neue Herausforderung suchen, kommt hier direkt die gute Nachricht: Interior Designer ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Wer also meint, zu den Menschen zu gehören, die sich ganz besonders gut auf räumliche Gestaltung verstehen, kann theoretisch direkt loslegen. Zu empfehlen ist das allerdings trotzdem nicht.

Denn auch, wenn Familie und Freunde ihre Räume vertrauensvoll in die Hände solcher Naturtalente abgeben, so hat die Sache doch einen Haken. Die Profession verlangt es dem Interior Designer nämlich ab, sich auf Kunden, deren Wünsche, Vorschläge und vorhandenen Möglichkeiten – etwa Budget und Raumaufteilung – einzulassen. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist gar nicht so einfach. Und so bleiben in solch experimentell ergriffenen Kooperationen oft genug beide Parteien unzufrieden zurück.

Es ist eine Sache, Freunde, deren Geschmack man gut kennt, einzurichten. Fremde Menschen, vielleicht sogar Unternehmen, zu denen man nur wenig Bezug hat, und deren Idee, eventuell Corporate Identity und Stil zu treffen, eine ganz andere. Auch wenn Interior Designer kein geschützter Begriff ist, sollte man also einige Dinge vor Ausübung des Berufes beachten.
Wie wird man eigentlich Interior Designer?

Das sind die Möglichkeiten professioneller Interior Designer zu werden

In Deutschland kann man hauptsächlich auf zwei Wegen Interior Designer werden. Das geht einmal über die duale Ausbildung oder die rein schulische Ausbildung zum Raumausstatter und zum anderen über das Studium der Innenarchitektur.

Welchen Weg man gehen möchte, ist dabei vom Bildungsweg abhängig. Die Ausbildung zum Raumausstatter kann jeder antreten, der mindestens die Mittlere Reife abgelegt hat. Für das Studium der Innenarchitektur ist mindestens Fachabitur, alternativ die allgemeine Hochschulreife notwendig. Der Studiengang dauert für den Bachelor of Arts drei Jahre, für den Master of Arts weitere vier Jahre. Es ist auch möglich, auf den Titel des Diplom-Ingenieurs zu studieren.

Der Unterschied von Innenarchitektur und Interior Design

Wer den Weg zum Interior Designer via den Studiengang Innenarchitektur geht, der kann sich bereits nach erfolgreich absolviertem Bachelor Interior Designer nennen. Meist versehen mit dem Zusatz B.A., der auf den Ausbildungsgrad hinweist. Masterstudierende können den Beruf des Interior Designers mit dem Anhängsel M.A. garnieren. Dipl.-Ing.s mit dem entsprechenden Titel.

Ist der oder die Master bzw. Dipl.-Ing. Innenarchitektur in der deutschen Architektenkammer organisiert, darf er bzw. sie sich statt Interior Designer auch ganz offiziell Innenarchitekt nennen und verdient nach Honorarordnung der Kammer. Ein Interior Designer – das können auch Diplom-Ingenieure sein, die nicht Mitglied der Architektenkammer sind – rechnen dahingegen nach eigenem Satz ab. Zumindest dann, wenn sie frei arbeiten, was aber viele Interior Designer tun.

Der Unterschied zwischen einem Innenausstatter, Innenarchitekten und einem Interior Designer ist also vorrangig der Ausbildungsweg, über den man seinen Titel erlangt hat. Aber auch die Abrechnungsmöglichkeit und die spätere Berufsausübung. Raumausstatter arbeiten häufiger etwa in Möbelhäusern bzw. bei Möbelfirmen festangestellt. Innenarchitekten oder Interior Designer zieht es hingegen gern auf den freien Markt. Wobei sich das natürlich nicht 100% pauschalisieren lässt.

Die Voraussetzungen, um Interior Designer zu werden

Ein gewisses kreatives Talent sollten angehende Interior Designer mitbringen, denn sie werden später Raum- und Farbkonzepte entwerfen müssen, die nicht nur zum aktuellen Trend passen, sondern auch Kunden und Chef zufriedenstellen.

Kreativität alleine reicht aber nicht aus. Ein guter Interior Designer muss auch rechnen und zeichnen können, sich Elemente und Räume bildlich vorstellen können und ein großes Maß an Empathie mitbringen. Er muss gern mit und für Menschen arbeiten und sollte ein gutes berufliches Netzwerk etablieren können.

Handwerkliches Geschick, Einsatzbereitschaft, sowie ein Gefühl für Materialien, Farben, Dimensionen sind Kernkompetenzen eines jeden Interior Designers. Egal, ob er den Titel über eine Ausbildung oder ein Studium erworben hat.

Fun Fact!

Den Beruf des Interior Designers kannte man in Frankreich bereits im 13. Jahrhundert. Damals wurde er Tapissier genannt und hauptsächlich für die Gestaltung von Adelshäusern zuständig. Darum war der Beruf Interior Designer in Deutschland bis in die Sechzigerjahre als Tapezier-Dekorateur bekannt.

Foto von www.covethouse.eu

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