Zu oft zu unrecht unterschätzt: Möbel aus Massivholz

Wer kennt sie nicht, die bulligen, raumgreifenden Schrankwände in Mutterns Wohnzimmer. „Massivholz“, hat sie sie immer feierlich beworben. Und konnte dabei einen gewissen Stolz nicht verbergen. Massivholz war eine Investition. Denn die Möbel waren für die Ewigkeit – oder zumindest für ein Menschenleben – ausgelegt. Ein Totschlagargument, das zwar für die Qualität und Wertigkeit der Möbel sprach. An der fragwürdigen Optik änderte das allerdings nichts.

Dann drängte die Leichtbauweise auf den Markt und mit ihr günstige Möbel, die man in Heimarbeit zusammenbauen konnte. Vorausgesetzt man verstand die Anleitung und es waren ausnahmsweise alle Komponenten im Lieferumfang enthalten. Sie sollten frischen Wind in unser Zuhause bringen. Deutsche Wohnungen wurden dadurch luftig leicht, sahen aber irgendwie auch alle nach Katalog und austauschbar ähnlich aus.

Mittlerweile steht Individualität wieder sehr hoch im Kurs. Und damit heißt man auch Altbewährtes gerne wieder willkommen. Ein bisschen Nostalgie, vor allem aber Umweltbewusstsein und ein Zugeständnis an Qualität. Und wo all das ist, sind Massivholzmöbel nicht weit. Die gute Nachricht: Sie haben ihr verstaubtes Image abgelegt und sind längst nicht mehr so klobig und klotzig, wie sie so manch einer aus dem Elternhaus in – mehr als lebendiger – Erinnerung hat!
Möbel aus Massivholz

Eine Lanze brechen für Massivholz

Schaut man einmal hinter die Kulissen, kann man sich aus sehr objektiven Gründen für Massivholz erwärmen. Da wäre zum einen die unschlagbare CO2-Bilanz von Massivholz als Baustoff. Noch dazu ist es ein natürliches Material, das einmal entsorgt, rückstandslos verrottet. Außerdem ist es wärme- und schallisolierend und dank seines Aufbaus und der schieren Masse extrem robust und stabil. Ein gutes Raumklima gibt´s gratis obendrauf. Das alles lässt sich mit Massivholz deshalb erreichen, weil es – anders als Sperrholz – als eine Fläche aus dem Baumstamm herausgearbeitet wird. Das heißt, das Holz wird in seiner natürlichen Form und Beschaffenheit belassen.

Moderne Massivholzmöbel

Diese Vorteile gelten aber nicht nur für den Hausbau mit Massivholz. Auch mit Massivholzmöbeln kann man hiervon profitieren. Dadurch, dass das Holz zum Bau von Möbeln nicht chemisch oder mechanisch verändert wird, behält es seine natürlichen Eigenschaften auch in Form von Schränken, Küchentresen, Betten und Tischen. Wo sonst bekommt man einen Esstisch, der die Luftfeuchtigkeit reguliert und CO2 bindet?
Möbel aus Massivholz - oft unterschätzt
Fotos von www.schultedesign.de

Dass sich dabei massive Bauweise aus Echtholz und Eleganz nicht gegenseitig ausschließen müssen, davon zeugen Esstische im Vintage-Design. Hier verschmelzen moderne Ansprüche und klassische Werte zu einem formschönen und belastbaren Möbel für die ganze Familie. Und der Birkenholztisch ist nicht das einzige Beispiel für eine derartige Symbiose.

Moderne Massivholzmöbel sind im Kommen. Und das zurecht. Denn sie bringen die Wünsche und Ansprüche unserer Zeit auf einen gemeinsamen Nenner: Langlebigkeit, Flexibilität, Design, Belastbarkeit und Individualität. Die Auswahl an Form, Farbe, Holzart und Oberflächenbehandlung ist enorm. Allein die heutige Vielfalt an kosmopolitischen Esstischsortimenten nimmt Massivholzfans mit auf eine Weltreise von Hamburg über Capri bis nach Mexiko und Gotland.

… womit man dann wieder in Schweden wäre. Nur dass man jetzt stolz auf den Esstisch zeigen und sagen kann: „Massivholz!“ So wie Mama.

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